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Heilpflanzen im Jahresverlauf

 

Inhalte aus der Seite http://www.heilkraeuter.de/lexikon

Heilpflanzen im Haus

 

Aloe

(Aloe vera)

       

vereinzelte Aloe Vera

 

Mutterpflanze

 

kleine Ableger der Aloe Vera

 


Aloe vera Die Aloe vera ist eine vielseitige Heilpflanze, die in Wüstengegenden heimisch ist.

Durch ihre dicken, fleischigen Blätter erinnert die Aloe ein wenig an Kakteen, aber sie ist eine Lilienart, eng verwandt mit dem Affodil.

In ihrer arabischen Heimat ist die Aloe schon seit über 6.000 Jahren als Heilpflanze bekannt.

In Mitteleuropa wird sie schon seit etwa 1930 für Heilzwecke eingesetzt. Zunächst war sie den meisten Menschen hierzulande relativ unbekannt, doch seit Anfang des neuen Jahrtausends boomt die Verwendung der Aloe vera, und man findet sie in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten.

Bei der Aloe und ihren Produkten muss man unterscheiden, ob das sanfte Gel oder das drastisch wirkende, gelbliche Harz verwendet wurde. Gel und Harz sind in ihrer Wirkung so unterschiedlich, als würde es sich um zwei verschiedene Heilpflanzen handeln.

Das Gel, das in den Blättern gespeichert wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.


 

Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Leichte Verbrennungen,
Heilwirkung:Gel:
befeuchtend,
entzündungshemmend,
lindernd,
reizmildernd,

Harz (leicht giftig!):
abführend,
verdauungsfördernd,
Anwendungsbereiche:Gel - Äusserlich:
Akne,
Brandwunden,
Ekzeme,
Hautirritationen,
Insektenstiche,
Geschwüre,
Herpes,
Juckreiz,
Neurodermitis,
Psoriasis,
Schlecht heilende Wunden,
Schürfwunden,
Schuppenflechte,
Sonnenbrand,
Unreine Haut,
Verbrennungen,
Zahnfleischentzündung,

Gel - Innerlich:
Colitis ulcerosa,
Diabetes,
Erhöhte Blutfettwerte,
Husten,
Reizdarm,
Reizmagen,
Sodbrennen,
Stärkung des Immunsystems,

Harz - innerlich (Achtung! leicht giftig!):
Verstopfung
wissenschaftlicher Name:Aloe vera, Synonyme: Aloe barbadensis, Aloe perfoliata, Aloe vulgaris, Aloe indica, Aloe chinensis
Pflanzenfamilie:Affodillgewächse = Asphodelaceae
englischer Name:Aloe vera
volkstümliche Namen:Wüstenlilie
Verwendete Pflanzenteile:Das Gel in den Blättern, das Harz aus dem gelben Saft.
Bei Fertigprodukten wird manchmal das gesamte Blatt verwendet. Dann enthält das Mittel auch das Harz (Aloin), das stark abführend ist.
Inhaltsstoffe: Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate, nur im Blattharz: Aloin - ein Glykosid
Sammelzeit:Wenn die Blätter gross genug sind.


 

Moringa  Oleifera - auch "Wunderbaum" genannt...

 

   

Moringa nach 12 Tagen

 

Moringa nach 13.Tagen nach der 1.Aussaat

Mit über 90 Nährstoffen (Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und noch viel mehr) ist er wohl das gesündeste Gewächs unserer Erde und wächst bereits im ersten Jahr bis zu 5 Meter, wenn man ihn lässt.
Er wird regelmäßig auf die gewünschte Größe gestutzt. Alles was abgeschnitten wird, kann gegessen werden.

Der „Wunderbaum“ Moringa oleifera
Nicht nur Gehirn und Knochen, Nerven und Stoffwechsel können mit den Blättern des "Meerrettich-Baumes“, Moringa olifeira, reguliert werden. Sie sollen auch gegen Kopfschmerzen, Blähungen, Schnittverletzungen und viel mehr helfen. Weltweit bereits mehr als 700 Studien findet man, die die gesundheitlich wertvollen Eigenschaften dieser ayurvedischen Heilpflanze belegen und immer mehr Wissenschaftler zum staunen bringen.
Seine Blätter sind ein natürliches, außergewöhnlich vielseitiges Multi-Vitamin und Mineralstoff-konzentrat, seine Samen befreien Wasser von Bakterien und Viren und liefern ein hochwertiges Öl und die Früchte verwendet man als Gemüse oder sind Bestandteil von Curry-Mischungen. Seine Wurzeln kann man auch als Gemüse verwenden. „Moringa olifeira“ heißt der Baum, der wegen seiner vielfältigen Wirksamkeit auch „Wunderbaum“ oder „Baum des langen Lebens“ genannt wird.

Alle Teile des Baumes finden Verwendung in der Medizin, zur Wasserreinigung und allen voran als
äußerst hochwertiges Lebensmittel. Er enthält unzählige lebenswichtige Vitalstoffe und deckt bei Verwendung von wenigen Gramm täglich, den Tagesbedarf für Mensch und Tier. Sehr interessant dabei ist, man muss keine Kapseln oder Tabletten schlucken,sondern kann seinen eigenen Baum im Wohnzimmer oder Garten halten und täglich die benötigte Menge frisch ernten! Bereits nach 6 Wochen wächst er vom Keimling zur Jungpflanze 15 - 25 cm hoch und man kann nach einigen Monaten die ersten Blätter für die Küche ernten.
Vielleicht erweckt der Moringa auch Ihr Interesse und in naher Zukunft können Sie „Ihren Moringa Baum“ im Garten, auf dem Balkon oder im Wohnzimmer beim Wachsen zusehen.
Moringa oleifera, er ist eine der nützlichsten und vielseitigsten Pflanzen, welche es auf unserer Erde gibt. Eine Spezies aus dem Himalaya, die von sich reden gemacht hat. Diese schnell wachsende, sommergrüne Pflanze wird als Nutz- und Zierpflanze kultiviert, gedeiht auf fast jedem Boden und bildet gefiederte Blätter aus. Die goldfarbenen Blüten duften nach Honig.

 

In der ayurvedischen Medizin ist seine Heilkraft schon seit Jahrtausenden bekannt.

In den Blättern des Moringa-Baumes sind sämtliche lebenswichtige Aminosäuren und Fettsäuren enthalten, sowie eine große Bandbreite an Vitaminen und Mineralstoffen die einen höheren Anteil aufweisen als alle bekannten Gemüse und sie können als Salat, Gemüse usw. gegessen werden.
So z.B. enthält der Moringa bis zu
• 25 x soviel Eisen wie Spinat
• 17 x so viel Kalzium wie in Milch
• 15 x so viel Kalium wie in Bananen
• 7 x so viel Vitamin C wie in Orangen
• 7 x soviel Vitamin B1 und B2 wie Hefe
• 6 x soviel Polyphenole wie Rotwein
• 4,5 x soviel Folsäure wie Rinderleber
• 4,5 x soviel Vitamin E wie Weizenkeimlinge
• 4 x so viel Vitamin A wie in Karotten
• 2,5 x soviel Karotin wie Karotten
• 2 x soviel Magnesium wie Braun-Hirse
• 2 x soviel Proteine wie Soja
• 2 x soviel Ballaststoffe wie Weizen-Vollkorn
• 1,5 x soviel essentielle Aminosäuren wie Eier
• 1,5 x soviel Zink wie ein Schweineschnitzel
• sehr hohe Anteile an ungesättigten Fettsäuren (Omega 3, 6 und 9)
• eine sehr große Menge an natürlichem Chlorophyll
Jederzeit frische Blätter vom eigenen Moringabaum ernten ...

  

Die Kombination und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sind sehr konzentriert, ausgewogen und
einzigartig.
Er enthält einen äußerst hohen Gehalt an Mineralien wie z.B. Pothassium, Magnesium, Kalzium und Phosphor, ausreichende Mengen an Eisen, Zink und Kupfer, Chrom um einige aufzuzählen und obendrein noch 18 der 20 essentiellen Aminosäuren, die wichtigsten Bausteine zum Aufbau von Proteinen im Körper und wichtig für das Immunsystem. Er enthält fast alle Vitamine wie Vitamin A, B1, B2, B3, B6, B7, C, D, E, K und Vitalstoffe, über 46 Antioxidantien und auch den vor kurzem neu entdeckten Botenstoff Zeatin.
Zeatin öffnet die Türen für Vitalstoffe, lässt sie herein und begleitet sie bis an den Platz, wo sie von den Zellen benötigt werden. Zeatin sorgt quasi dafür, dass sämtliche Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren durch den Körper aufgenommen werden. Zeatin, ein wichtiger Regulationsfaktor der Zellen und eine starke Antioxidantie und daher zellschützend und zellre-generierend. Zwar findet man Zeatin in vielen Pflanzen, jedoch meist nur in Mengen von unter einem Mikrogramm pro Gramm.

Das Moringa-Blatt dagegen enthält mehr als das Hundertfache je Gramm – und ist somit auch noch obendrein ein richtiger Jungbrunnen. Ältere Menschen berichten durch den Verzehr von Moringablättern, sie fühlen sich um Jahre jünger und vitaler.
Ebenso außergewöhnlich ist der hohe Gehalt an Mangan, Chrom und an dem seltenen Bor. Mangan ist unter anderem für gesunde Gelenke und Knochen wichtig und Chrom spielt im Stoffwechsel und bei Stressbelastung eine zentrale Bedeutung. Bor wurde bisher nicht zur Gruppe der lebens-wichtigen Spurenelemente gezählt, doch in den letzten Jahren wird seine Bedeutung immer mehr erkannt: Bor ist grundlegend für den Aufbau von Serin, einer Aminosäure, die in nahezu allen Proteinen des menschlichen Organismus enthalten ist. Bor spielt für den Calcium-Magnesium und Phosphorhaushalt eine Rolle und wird medizinisch bei Osteoporose eingesetzt. Es reduziert stress-bedingte Oxidation, hemmt die Zellteilungsrate von Zellen ohne Differenzierung (wie Krebszellen) und ist dasjenige Spurenelement, was im Gehirn am meisten zu finden ist. Elementares Bor ist jedoch giftig, als Nahrungsergänzung eignen sich daher nur Pflanzen mit hohem Borgehalt – allen voran Moringablätter, die mit 31Milligramm je 100 Gramm den höchsten Gehalt besitzen. Größere Mengen an organischen Borverbindungen besitzen sonst nur Quitten (ca. 10mg je 100g), Mandeln (3,4mg) und Rote Beete (2,1mg je 100g).
Moringa ist ein vollkommenes und vollendetes Nahrungsprodukt, der alle Nährstoffe enthält, die der Mensch vom Mutterleib, als heranwachsender Fötus, bis ins hohe Alter benötigt. Der Verzehr von Moringablättern während der Schwangerschaft regt die Milchproduktion an und verbessert um ein Vielfaches die Qualität der Muttermilch. Sein Gehalt an Vitalstoffen ist so hoch, dass bereits 50g des getrockneten Blattpulvers den Tagesbedarf eines Kindes und 100 – 150g, den eines Erwachsenen deckt. Er liefert die ideale Nahrung, die vielseitig in Küche und Speiseplan eingesetzt werden kann. Als Gewürz, für die Suppe, in den Salat und als Salat, Gemüse, Getränke, wobei der gesamte Baum vielerlei Einsatzmöglichkeiten aufweist.
So z.B. werden
• die Blätter und Früchte als Nahrungsmittel (frisch oder getrocknet) verwendet
• die Blüten als Gewürz, für die Bienenzucht und als Medizin
• die Samen als Nahrungsmittel, Öl, zur Wasserreinigung und Anpflanzungen
• die Rinde als Medizin, zur Seil- und Papierherstellung
• die Wurzeln als Nahrungsmittel und Medizin
• die Pflanze als Ganzes für Tierfutter, Biomasse für alternative Energie
• die „Abfallprodukte“ als Bodenverbesserer, Biodünger und Tierfutter.
In der modernen Medizin werden inzwischen Extrakte aus Moringa oleifera vor allem wegen ihrer
ausgleichenden Wirkung auf das Nerven- und Hormonsystem und für die Stärkung der Abwehr-kräfte eingesetzt. Jeder kann aber die erstaunliche Wirkkraft des Moringa-Baumes in Form eines eigenen Moringabaums im Garten nutzen. Die Blätter können in Suppen, Speisen und ins Müsli gestreut, als Tee getrunken werden. Als Tee hat Moringa einen Geschmack, der ein wenig an Brennnesseln erinnert; beim Einnehmen des Pulvers wird die leichte Schärfe von den enthaltenen Senfölen deutlicher spürbar. Gerade dieser pikante Geschmack macht es als Würzzugabe in Speisen interessant. Inzwischen entsteht regelrecht ein Markt für Nahrungsergänzungen aus Moringa und man findet vor allem im Internet viele Anbieter die z.B. Kapseln oder Pulver teilweise sehr teuer anbieten. Wenn man die positiven Eigenschaften von Moringa für sich nutzen möchte,
dann kann man z.B. seinen eigenen Moringabaum halten und immer frisch ernten. Täglich frische Blätter nach Bedarf für die eigene Küche!

Heilpflanzen im Januar

Im Januar kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Meerrettich (Cochlearia armoracia)

 

Meerrettich


Meerrettich Als Verfeinerung von Fleischspeisen ist der Meerrettich bestimmt allen bekannt.

Doch dass er auch eine ausgeprägte Heilwirkung hat, wissen nur wenige.

Die scharfe Wurzel des Meerrettichs hilft gegen allerlei Infektionskrankheiten und auch gegen Schmerzen. Sogar Grippeerregern bietet der Meerrettich Paroli, was ihn zu einem unschätzbaren Helfer in der Hausapotheke macht.

Im Herbst und Winter sollte man also immer eine Meerrettich-Wurzel im Kühlschrank oder Keller haben und regen Gebrauch von ihr machen.



Steckbrief
 
 
Heilwirkung: antibakteriell,
Stärkung des Immunsystems,
Erkältungen,
Grippe,
Nebenhöhlenentzündung,
Husten,
Bronchitis,
Asthma,
Mandelentzündung (Angina),
Fieber,
schleimlösend,
schweisstreibend,
harntreibend,
Blasen- und Nierenbeckenentzündung,
Harnsteine,
Neuralgische Beschwerden,
Rheuma,
Gicht,
Muskelschmerzen,
Appetitlosigkeit,
Verdauungsschwäche,
Blähungen,
Verstopfung,
Vitamin C Mangel,
Skorbut,
Kopfschmerzen,
Menstruations fördernd,
Insektenstiche,
Zahnschmerzen,
wissenschaftlicher Name:Cochlearia armoracia
Pflanzenfamilie:Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name:Horseradish
volkstümliche Namen:Kren, Bauernsenf, Fleischkraut, Krien, Märek, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel
Inhaltsstoffe:Vitamine (u.a. Vitamin C), ätherische Öle, Senföle, Allylsenföl, Allicin, Glucosinolate, Sinigrin, Gluconasturtiin, Mineralstoffe, Flavone, Quercetin, Kämpferol, Asparagin, Arginin, Pentosan, Alloxurbasen, organische Schwefelverbindungen, Oxydase
Sammelzeit:September bis März


Anwendung

Meerrettich Am besten verwendet man die Meerrettich-Wurzel frisch.

Nur den Bereich der Wurzel, den man verwenden will, sollte man waschen und schälen.

Dann wird die Wurzel am besten gerieben und sofort verwendet, denn die ätherischen Öle verziehen sich rasch (innerhalb von einer guten Viertelstunde).

Das Reiben der Meerrettichwurzel stellt bereits eine Art Therapie für die Nasennebenhöhlen dar, denn die ätherischen Öl steigen scharf auf und reizen zu Tränen und Sekretion aus den Nasenschleimhäuten. Wenn man diese Behandlung nicht braucht bzw. haben will, dann kann man eine Taucherbrille aufsetzen, um den scharfen ätherischen Ölen zu entgehen.

Nach dem Reiben kann man den Meerrettich einfach essen oder man fügt ihn Gerichten, wie beispielsweise Sossen oder Meerettich-Quark zu.

Gegen Insektenstiche kann man den geriebenen Meerrettich auf die betroffene Haustelle legen und leicht einreiben.

Auch bei Zahnschmerzen kann man den Meerrettich an Ort und Stelle bringen und dort belassen, bis die Schärfe nachlässt.

Meerrettich-Breiauflagen

Meerrettich-Auflagen helfen bei hartnäckigem Husten, Kopfschmerzen und neuralgischen Schmerzen, z.B. Hexenschuss oder Ischias.

 

  • Die betroffene Stelle sollte man einfetten, mit Öl, Salbe, Melkfett oder Vaseline. (Bei Husten nimmt man den Brustbereich, bei Kopfschmerzen den Nacken)
  • Dann gibt man den frisch geriebenen Meerrettich auf ein Baumwolltuch.
  • Dieses Tuch legt man mit der Meerrettichseite zur Haut auf die Körperstelle.
  • Die Breiauflage bleibt solange auf der Haut, bis es anfängt zu brennen.
  • Dann entfernt man die Auflage wieder, reinigt die Haut und fettet bei Bedarf nochmal nach.

Meerrettich-Wein

Mit Meerrettich-Wein kann man Blasensteine austreiben oder auch die Menstruation stark fördern. Ausserdem wirkt Meerrettich-Wein stark harntreibend.
  • Schneide acht bis zehn dünne Meerrettich-Scheiben.
  • Gib diese Meerrettich-Scheiben in ein Glas.
  • Übergiess die Meerrettich-Scheiben mit Wein.
  • Lasse diesen Wein den ganzen Tag bedeckt stehen und ziehen (min. acht Stunden).
  • Trinke den Meerrettich-Wein.

Meerrettich-Kur

Eine Meerrettich-Kur eignet sich, um das Immunsystem auf Trab zu bringen.

Besonders in der Erkältungszeit hilft eine Meerrettich-Kur, um Erkältungen zu verhindern. Falls die Erkältung schon da ist, kann man sie mit einer Meerrettich-Kur lindern.

  • Nimm morgens und abends je einen Teelöffel Meerettich.
  • Am besten frisch geriebenen Meerrettich, aber falls der nicht verfügbar ist, kann man auch Meerettich aus dem Glas nehmen.
  • Wiederhole die Meerrettich-Einnahme mindestens zwei Wochen lang.

Meerrettich aufheben

Meerrettich wird in der Landwirtschaft in feuchtem Sand aufgehoben. So hält er sich den ganzen Winter.

Wenn man einen kühlen Keller hat, kann man Sand in einen Eimer füllen und dort die Meerrettich-Wurzeln reinstecken.

Wenn nicht, kann man die Meerrettich-Wurzeln auch in feuchte Küchentücher schlagen und ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. Dort hält sich der Meerrettich wochenlang.


Pflanzenbeschreibung

Meerrettich Ursprünglich kommt der Meerrettich aus Osteuropa und Südeuropa. In Mitteleuropa wird er kultiviert, kommt aber auch verwildert vor.

Der Meerrettich bevorzugt einen tiefgründigen Boden.

Der ausdauernde Wurzelstock hat walzenartige Form, wie eine Art Knüppel. Er wird etwa einen halben Meter lang und gut vier Zentimeter im Durchmesser. Aussen ist die Wurzel hellgelb und innen weisslich.

Im Frühjahr treibt die Meerrettichwurzel grosse Blätter aus.

Später erscheint der Stengel der Blüte, an dem auch kleinere Blätter sitzen.

Ab Mai blühen die kleinen weissen Blüten in Rispenform.

Im Herbst bis hinein ins Frühjahr wird die Meerrettich-Wurzel geerntet.


    Mistel (Viscum album)

 

Mistel


Die Mistel ist eine wundersame Pflanze, die erst in den Wintermonaten, wenn die Bäume kahl sind, richtig sichtbar wird.

Sie wächst in Kugelform auf verschiedenen Baumarten und saugt den Bäumen Wasser und Nährstoffe aus, was sie zu einem Halbschmarotzer macht.

In früheren Zeiten war die Mistel eine wichtige magische Pflanze, die von den Druiden mit goldenen Sicheln geerntet wurde und nicht zu Boden fallen durfte, denn sonst würde sie ihre besondere Wirkung einbüssen.

Aufgrund der magischen Wichtigkeit galt die Mistel früher auch als Allheilmittel.

Zur Zeit der Wintersonnenwende und als Weihnachtsschmuck wird sie auch gerne an die Haustüren gehängt, um das Haus vor Schaden zu bewahren. Wer sich unter Misteln küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden.

In der modernen Pflanzenheilkunde wird die Mistel gegen Bluthochdruck und gegen Krebs eingesetzt. Doch sie kann noch viel mehr.




 

 

Steckbrief

Heilwirkung:beruhigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
harntreibend,
krampflösend,
tonisierend,
Bluthochdruck,
Herzschwäche,
Beschleunigter Puls,
Arteriosklerose,
Ödeme,
Fieber,
Verdauungsschwäche,
Verstopfung,
Magenschwäche,
Bauchspeicheldrüsenschwäche,
Diabetes (leichte Formen),
Gallenschwäche,
Nervenschwäche,
Kopfschmerzen,
Schwindel,
Chronische Arthrosen,
Chronisches Rheuma,
Gelenkentzündung,
Wechseljahrsbeschwerden,
Menstruationsbeschwerden,
Gebärmutterschmerzen,
Gebärmutterblutungen,
Gebärmuttergeschwülste,
Weissfluss,
Epilepsie,
Heuschnupfen,
Krampfadern,
Ekzeme,
Geschwüre,
Eitrige Wunden,
Krebs (therapiebegleitend),
wissenschaftlicher Name:Viscum album
Pflanzenfamilie:Sandelholzgewächse = Santalaceae
englischer Name:Mistletoe
volkstümliche Namen:Affalter, Albranken, Birnäpsel, Bocksfutter, Donarbesen, Donnerbeseb, Drudenfuss, Geisskraut, Heil aller Schäden, Heiligkreuzholz, Hexenbesen, Hexenchrut, Hexennest, Immergrün, Kenster, Kinster, Klüster, Knisterholz, Marenstocken, Nistel, Offölterholz, Vogelchrut, Vogelleimholz, Vogelmistel, Wintergrün, Wintersamen
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Zweige
Inhaltsstoffe:Alkaloid, Asparagin, Bitterstoff, Harz, Histamin, Inositol, Oleanolsäure, Pyridin, Saponine, Schleim, Tyramin, Viscalbin, Viscin, Viscotoxin, Xanthophyll, Zink
Sammelzeit:Spätherbst, Winter und Frühling


Anwendung

Das Haupteinsatzgebiet der Mistel ist der Bluthochdruck. Auch als begleitende Therapie gegen Krebs ist die Mistel sehr beliebt.

Aber das Mistelkraut hat noch eine Menge anderer Heilwirkungen. Früher galt sie sogar als Allheilmittel.

Sie ist jedoch leicht giftig und sollte behutsam angewandt werden.

Innerlich als Tee

Misteltee wird immer als Kaltauszug angesetzt. Im kalten Wasser lösen sich die schwach giftigen Stoffe (z.B. das Glykosid Viscalbin und Viscotoxin) nicht auf und daher ist der Kaltauszug der Mistel ungiftig. Auch die Heilwirkung der Mistel soll durch Erwärmen gemindert werden.

Der Tee wird in erster Linie zur Senkung des hohen Blutdrucks angewandt; er hilft auch bei Herzschwäche und Arteriosklerose.

Bei niedrigem Blutdruck kann Misteltee den Blutdruck sogar steigern, was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt. Aber da die Regulierung des Blutdrucks über eine Normalisierung des Kreislaufs und eine Stärkung des Herzens erfolgt, leuchtet es schliesslich ein, dass die Mistel sowohl gegen zu hohen als auch gegen zu niedrigen Blutdruck helfen kann.

Der Misteltee steigert auch Verdauung und Stoffwechsel, sodass sie bei Beschwerden der Verdauungsorgane und Stoffwechselstörungen eingesetzt werden kann.

Durch die Stoffwechsel-Wirkung hilft die Mistel gegen rheumatische Beschwerden.

Sie stärkt auch die Nerven und kann daher Kopfschmerzen und Schwindel lindern. Durch die Nervenstärkung kann sie auch bei Epilepsie helfen und die Anfälle seltener machen. Auch gegen die Neidung zu wiederholten Fieberkrämpfen bei Kindern soll die Mistel helfen.

In den Wechseljahren kann die Mistel die typischen Wechseljahrsbeschwerden lindern. Auch gegen Menstruationsbeschwerden hilft die Mistel und durch ihre blustillende Eigenschaft kann sie auch Gebärmutterblutungen stoppen. Das macht die Mistel zu einer wertvollen Heilpflanze nach Geburten, denn sie kann den Wochenfluss abkürzen und abschwächen.

Äusserlich als Tee

Den Mistel-Kaltauszug kann man als Umschlag oder für Bäder äusserlich anwenden.

Er hilft gegen Krampfadern und Unterschenkelgeschwüre.

Auch Ekzeme können durch Mistelbehandlungen behandelt werden.

Mistel-Umschläge kann man auch zur Linderung rheumatischer und neuralgischer Schmerzen auflegen. Auch gegen Arthrose helfen äusserliche Mistelbehandlungen.

Gegen Heuschnupfen kann man Misteltee schnupfen.

Mistel in der Krebsbehandlung

Zur Begleitung einer Krebstherapie und auch zu deren Nachbehandlung kann man Mistelpräparate in spezieller anthroposophisch-homöopathischer Aufbereitung anwenden.

Die Wirksamkeit dieser Mistelpräparate wurde auch durch Studien untermauert.

Der Erfolg der herkömmlichen Krebstherapie kann dadurch in vielen Fällen verbessert und Nebenwirkungen von Chemotherapie gelindert werden.

Als alleinige Behandlung gegen Krebs ist die Misteltherapie jedoch nicht zu empfehlen.

 

Achtung!

Vor allem die Beeren der Mistel sind leicht giftig. Kinder sollten vor deren Verzehr gewarnt werden.


Pflanzenbeschreibung

Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, der auf Bäumen wächst. Sie bezieht die benötigte Flüssigkeit und Nährstoffe aus den Bäumen, auf denen sie wächst, kann aber durch ihre grünen Blätter selbst Photosynthese betreiben.

Bäume, die von vielen Misteln bewachsen sind, leiden darunter und sterben schliesslich ab. Aber die Misteln wachsen langsam und vereinzelte Misteln können einem grossen Baum nicht viel anhaben.

Bestimmte Baumarten werden bevorzugt von Misteln bewachsen, beispielsweise Pappeln, Apfelbäume, Tanne und Robinien. Andere Baumarten wie Birnbaum, Eberesche, Kiefer, Linde und Weiden werden nur ab und zu von Misteln bewachsen und sehr selten wächst die Mistel auch auf Eichen, wo sie als besonders heilkräftig gilt.

Die Misteln senken ihre Wurzeln durch die Rinde des Wirtsbaumes hindurch in die Cambiumschicht und bis hinein ins Holz. Dort verankern sie sich und ziehen aus den Säften des Baumes Flüssigkeit und Nährstoffe.

Die Zweige der Mistel sind hellgrün und verzweigen sich immer wieder. Dadurch entsteht nach und nach eine Kugelform.

An den äussersten Enden der Zweige wachsen jeweils zwei gebogene Blätter, die sich gegenüberstehen. Die Blätter sind länglich und verkehrt eiförmig, d.h. das dicke Ende ist aussen.

Ich finde immer, dass die Mistelblätter wie lustige Ohren aussehen.

Ab Ende Februar blühen die Misteln. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Beide Blüten sind leicht gelblich und duften schwach nach Orange, was viele Insekten anlockt. Die weiblichen Blüten sind kaum einen Millimeter hoch und die männlichen Blüten haben mehrere Staubbeutel.

Ab September reifen die weissen Beeren. Die Beeren sind sehr klebrig und enthalten einen Samen.

 

Achtung!

Die Mistel ist in Deutschland geschützt und darf nicht gesammelt werden!

In anderen Ländern, beispielsweise Frankreich, gibt es mehr Misteln; dort dürfen sie gesammelt werden.

 


    Schlehdorn (Prunus spinosa)

 

Schlehdorn


Schlehe Beim Spaziergang am Waldrand trifft man häufig auf Schlehdorn-Sträucher. Im Frühling sind sie über und über mit Blüten bedeckt, sodass man sie leicht mit dem Weissdorn verwechseln kann.

Die Früchte der Schlehe jedoch erinnern mit ihrer Farbe an winzige Pflaumen, schmecken vor dem Frost aber sehr herb und zusammenziehend.

Vor allem bei Verdauungsproblemen hilft die Schlehe, wobei man sowohl die Blüten als auch die Früchte verwenden kann.



Steckbrief
 
 
Heilwirkung:schleimlösend,
krampflösend,
Blasenleiden,
Verstopfung,
Magenschwäche,
Magenkrämpfe,
Husten,
Herzschwäche,
Prostatavergrösserung,
Hautausschläge,
Hautunreinheiten,
Wassersucht,
Ödeme
wissenschaftlicher Name:Prunus spinosa (Druparia spinosa)
englischer Name:Bullace
volkstümliche Namen:Schlehe, Bockbeerli, Dornschleha,Effken, Hageldorn, Haferpflaume, Kietschkepflaumen, Saudorn, Schlaia, Schlechbeeri, Schliehen, Schlingenstrauch, Schlinken, Schwarzdorn
Verwendete Pflanzenteile:Blüten, Wurzelrinde, Früchte
Inhaltsstoffe:Gerbstoffe, Amygdalin, Emulsin, Nitritglykosid, fettes Öl, Apfelsäure, Glykoside, wenig Blausäure
Sammelzeit:Blüten: April und Mai
Wurzelrinde: Oktober und November
Früchte: Spätherbst und Winter


Anwendung

Schlehe Einen Tee aus den Schlehenblüten kann man als mildes Abführmittel und zur Stärkung des Magens trinken.

Auch bei Hautproblemen, Verschleimung und gegen geschwollene Füsse kann der Schlehenblüten-Tee helfen.

Die Früchte kann man zu Mus verarbeiten, das gegen Verstopfung hilft.

Gegen Fieber kann man die Rinde der Wurzel als Abkochung trinken.


Pflanzenbeschreibung

Schlehe Die Schlehe wächst in ganz Europa an Waldrändern, in Hecken und an Feldrändern. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden.

Der strauchartige Baum wird bis zu drei Meter hoch.

Junge Zweige sind leicht behaart. An den Enden tragen die Zweige Dornen.

Die kleinen Blätter sind elliptisch und am Rand gesägt.

Kurz bevor die Blätter austreiben, blühen die weissen Blüten, die sehr dicht stehen.

Bis zum Oktober reifen die blauen Früchte, die bis zu einen Zentimeter gross werden. Zuerst haben die Früchte einen zusammenziehenden, herben Geschmack, der sich nach einigen Nachtfrösten verliert.

 

Heilpflanzen im Februar

Im Februar kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Meerrettich (Cochlearia armoracia)

Beschreibung siehe Januar


    Mistel (Viscum album)

Beschreibung siehe Januar


    Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

 

Scharbockskraut


Das Scharbockskraut ist im zeitigen Frühjahr oft die erste Grünpflanze, die in grossen Massen in lichten Wäldern auftritt. Die Blätter des Scharbockskrautes bilden manchmal ganze Teppiche, dort wo sie wachsen.

Nach den glänzenden Blättern erscheinen leuchtend gelbe Blüten, die dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzufügen, aber auch anzeigen, dass die Scharbockskraut-Blätter von nun an leicht giftig sind.

Vorher kann man die Blätter des Scharbockskrautes gegen Frühjahrsmüdigkeit in Salaten essen.



Steckbrief

Heilwirkung:Nicht überdosieren!,
Frühjahrsmüdigkeit,
Vitamin C Mangel,
Hautunreinheiten,
Hämorrhoiden (Sitzbad),
Warzen,
blutreinigend
wissenschaftlicher Name:Ranunculus ficaria
Pflanzenfamilie:Hahnenfussgewächse = Ranunculaceae
englischer Name:Pileworth
volkstümliche Namen:Feigwurz, Fiegwurz
falsche Schreibweisen:Schabockskraut
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Brutknospen, Wurzel
Inhaltsstoffe:Vitamin C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoff
Sammelzeit:Frühling


Anwendung

Achtung!
Die Blätter des Scharbockskrauts sollten nur vor der Blüte und nicht in grossen Mengen eingenommen werden. Sie enthalten eine kleine Menge giftige Scharfstoffe, die beim Aufblühen vermehrt vorhanden sind.

 

Frische Blätter

Scharbockskraut-Blätter können im Wildpflanzensalat in kleinen Mengen gegessen werden.

Da sie viel Vitamin-C enthalten, helfen sie gegen Vitamin-C Mangelerscheinungen und Frühjahrsmüdigkeit.

Früher als Skorbut (Vitamin C Mangel-Krankheit) noch verbreitet war, galten die Blätter des Scharbockskrautes als Heilmittel gegen Skorbut. Daher stammt auch der Name Scharbockskraut, denn Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut.

Getrocknete Blätter

Aus getrockneten Scharbockskraut-Blättern kann man einen Tee kochen, der innerlich eingenommen gegen Hautleiden, u.a. Hautunreinheiten hilft.

Zusätzlich kann man diesen Tee für Waschungen verwenden.

Als Sitzbad kann Scharbockskraut-Tee gegen Hämorrhoiden helfen.

Bei getrockneten Blättern sind die giftigen Wirkstoffe abgebaut.

Wurzelknollen

Da die Wurzelknollen ähnlich wie Feigwarzen aussehen, wurden sie traditionell gegen Warzen verwendet.

Der scharfe Saft der Wurzelknollen kann Warzen tatsächlich quasi wegätzen.

Brutknospen

Die Brutknospen, die aufgrund ihres Aussehens auch Himmelsgerste, himmlisches Manna oder Himmelsbrot genannt werden, hat man früher in schlechten Zeiten zusammen mit den Wurzelknollen getrocknet und zu Mehl vermahlen.

 


Pflanzenbeschreibung

Das Scharbockskraut ist in lichten Wäldern Mittel- und Nordeuropas heimisch. Auch auf Wiesen und in Gebüschen kommt es stellenweise wie in grossen Teppichen vor, so häufig ist es dort.

Im zeitigen Frühjahr ist das Scharbockskraut oft die erste Pflanze, die aus dem Boden spriesst, deutlich bevor die Bäume Blätter bekommen.

Aus fleischigen Wurzelknollen, die an Feigwarzen erinnern, wachsen mehrere Stiele mit herzförmigen Blättern an deren Ende. Die Blätter können auch nierenförmig sein, sie sind gesägt oder gezähnt und glänzend. Oft stehen die Blätter so dicht, dass sie den Boden vollständig bedecken.

Nach einer Weile entfalten sich gelbe Blüten an extra Stengeln. Die Blüten haben viele Blütenblätter, die sternförmig angeordnet sind.

Ab dem Erscheinen der Blüten steigt der Giftgehalt der Blätter (Anemonin, Protoanemonin) deutlich an, daher sollten die Blätter ab der Blütezeit nicht mehr verwendet werden.

Obwohl viele Insekten die Blüten besuchen, bilden sich kaum Samen.

Stattdessen entstehen in den Blattachseln der unteren Blätter kleine Brutknospen. Aus diesen Brutknospen wachsen später neue Pflanzen.

Bei starkem Regen werden diese Brutknospen oft zusammengeschwemmt, sodass es aussieht als hätte es Weizen geregnet, denn die Brutknospen ähneln Getreidekörnern. Manchmal werden sie auch Himmelsgerste genannt, weil sie in schlechten Zeiten auch der Ernährung dienten.

Ab Ende Mai ziehen sich die oberirdischen Bestandteile des Scharbockskraut in die Erde zurück.

Zypresse (Cupressus sempervirens)

 

Zypresse

(Cupressus sempervirens)


Zypresse Beim Anblick der säulenartigen Zypresse, die sich schmal in den Himmel reckt, fühlt man sich sofort ans Mittelmeer versetzt, wenn man sich nicht sowieso schon am Mittelmeer aufhält.

Die würzig duftenden Zypressen sind nämlich Inbegriff der Mittelmeerländer, obwohl die Zypresse ursprünglich aus Asien gekommen ist.

Schon den Griechen der Antike war die Zypresse wohlbekannt und sie galt ihnen als wichtige Heilpflanze.

Nahezu alle Teile der Zypresse sind heilkräftig und schon allein mit ihrem Duft kann sie Atemwegserkrankungen heilen.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Erkältungen,
Heilwirkung:antibakteriell,
antiseptisch,
schleimlösend,
Anwendungsbereiche:Husten,
Bronchitis,
Keuchusten,
Asthma,
Grippaler Infekt,
Fieber,
Darmentzündungen,
Durchfall,
Rheuma,
Menstruationsbeschwerden,
Wechseljahrsbeschwerden,
Hämorrhoiden,
Afterjucken,
Krampfadern,
Schlecht heilende Wunden,
wissenschaftlicher Name:Cupressus sempervirens
Pflanzenfamilie:Zypressengewächse = Cupressaceae
englischer Name:Cypress
volkstümlicher Name:Echte Zypresse, Italienische Zypresse, Mittelmeer-Zypresse, Säulenzypresse,
Verwendete Pflanzenteile:Zwiege, Früchte, Holz
Inhaltsstoffe:Ätherische Öle
Sammelzeit:Zweige: Spätwinter bis Frühjahr, Früchte: Mai bis Juni, Holz: ganzjährig


Anwendung

Zypresse Zypresse kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als ätherisches Öl anwenden.

 

Tee aus den Zweigen

Für einen Zypressen-Tee übergiesst man ein bis zwei Teelöffel Zypressen-Zweige mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich gegen Erkrankungen der Atemwege, z.B. Husten oder Asthma.

Auch gegen Hämorrhoiden kann man den Tee der Zypressenblätter trinken.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschliessend kann man wieder sechs Wochen lang Zypresse-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Zypresse-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Tee aus dem Holz

Aus dem zerstossenen Holz kann man auch einen Tee zubereiten.

Man lässt ihn eine Viertelstunde ziehen oder man kocht das Holz mit dem Wasser zusammen auf und lässt beides zusammen ziehen.

Solch einen Tee aus dem Zypressenholz kann man gegen Gebärmutterprobleme und Dickdarmerkrankungen trinken.

Tee aus den Früchten

Aus den unreifen Früchten (Zapfen) kann man einen Tee zubereiten, wie aus den Zweigen.

Die Früchte kann man gegen Erkältungen und Darm-Entzündungen einsetzen.

Auch zur Behandlung von Frauenbeschwerden sind sie geeignet.

Tinktur

Um eine Zypresse-Tinktur selbst herzustellen, übergiesst man Zypressen-Zweige, Früchte oder Holz in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Der Einsatzzweck entspricht der Anwendung der Tees.

Ätherisches Öl

Die Anwendung des ätherischen Zypressen-Öls ist vielfältig.

Man kann das Zypressen-Öl in Salben und Cremes einsetzen, beispielsweise gegen Krampfadern oder auch einfach, weil einem der Duft gefällt.

In der Duftlampe verbreitet die Zypresse einen würzigen Duft, der die Atemwege desinfiziert und befreit.

Siehe auch:

Äusserlich

Äusserlich kann man Zypresse-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden.

Mit dieser Art der Anwendung kann man als Sitzbad Hämorrhoiden behandeln.

Zypresse hilft äusserlich eingesetzt auch gegen Krampfadern und schlecht heilende Wunden.


 

Vogelmiere


Die meisten Gartenbesitzer kennen die Vogelmiere mit ihren kleinen Sternblüten als lästiges Unkraut, dabei ist sie nicht nur ein Wildgemüse, das sie selbst anbaut, sondern auch ein wertvoller Schutz und Mulchersatz für den nackten Boden.

Fast das ganze Jahr über kann man die Vogelmiere ernten, um daraus Salate, Suppen und Kräuterquark zu bereiten. Diese Speisen regen den Stoffwechsel und die Verdauung an.

Auch gegen allerlei Hautprobleme hilft die Vogelmiere. Sogar Schuppenflechte und juckende Ekzeme kann sie lindern.

 


Steckbrief

Heilwirkung:adstringierend,
blutreinigend,
blutstillend,
harntreibend,
kühlend,
schleimlösend,
Husten,
Bronchitis,
Lungenleiden,
Frühjahrsmüdigkeit,
Blähungen,
Verstopfung,
Hämorrhoiden,
Gelenkentzündungen,
Rheuma,
Gicht,
Nierenschwäche,
Menstruationsfördernd,
Milchbildungs fördernd,
Augenentzündung,
Gerstenkorn,
Hautprobleme,
Ekzeme,
Schuppenflechte (Psoriasis),
Juckreizlindernd,
Geschwüre,
Unterschenkelgeschwür,
schlecht heilende Wunden,
Quetschungen,
Schnittwunden,
Furunkel,
Pickel,
wissenschaftlicher Name:Stellaria media
Pflanzenfamilie:Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name:Chickweed
andere Namen:Sternenkraut, Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm, Meier, Vögelichrut, Vogel-Sternmiere
falsche Schreibweisen:Vogelmire
Verwendete Pflanzenteile:Kraut
Inhaltsstoffe:Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink, ätherische Öle
Sammelzeit:Ganzjährig, besonders Frühjahr und Sommer

 


Anwendung

Wildgemüse

Die Vogelmiere bietet sich in erster Linie als nahezu ganzjähriges Wildgemüse an, denn man kann aus dem frischen Kraut Salat, Kräuterquark und Suppe zubereiten.

Dank ihrer Vitamine, Mineralien und der Saponine gibt sie neue Lebenskraft und hilft gegen vielerlei Mangelerscheinungen, z.B. Frühjahrsmüdigkeit. Sie wirkt harntreibend und regt den Stoffwechsel an, sodass man sie auch bei Schlankheitskuren und gegen Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Rheuma und Gicht essen kann.

Auch die Verdauung wird durch den Genuss der Vogelmiere angeregt.

 

Tee - innerlich

Als Tee (Aufguss) kann man die Vogelmiere, getrocknet oder frisch, zur Anregung des Stoffwechsels trinken, um rheumatische Beschwerden zu lindern und Frühjahrskuren zu unterstützen.

Auch gegen Erkrankungen der Atemwege kann man Vogelmierentee trinken. Er wirkt schleimlösend und hilft daher gegen Husten und Bronchitis.

Tee - äusserlich

Äusserlich als Waschung, Umschlag oder Bad eingesetzt, kann man Vogelmieren-Tee gegen viele Arten von Hautproblemen einsetzen.

Er hilft gegen Juckreiz und Ekzeme. Sogar gegen Schuppenflechte kann man die Vogelmiere versuchen.

Auch schlecht heilende Wunden, Geschwüre und Abszesse können mit Vogelmieren-Umschlägen behandelt werden. Hierzu bieten sich auch Breiumschläge mit dem zerquetschten frischen Kraut an.

Umschläge mit Vogelmieren-Tee kann man auch gegen Leberbeschwerden äusserlich anuflegen.

Gerstenkörner kann man durch Baden (Augenbadewanne) oder Umschläge mit Vogelmierentee behandeln.

Salben

Traditionell wurde schon im Mittelalter eine Salbe aus der Vogelmiere und Schmalz zubereitet.

Solche eine Salbe kann man gegen oben genannte Hauterkrankungen einsetzen.

 

Weitere Rezepte für Salben und Cremes aus Vogelmiere sind in Vorbereitung.

Blütenessenz

Aus den Blüten der Vogelmiere kann man auch eine Blütenessenz herstellen, die für Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Selbstvertrauen steht.

 


Pflanzenbeschreibung

Die Vogelmiere ist in Mittel- und Nordeuropa heimisch und in Nordamerika eingeschleppt. Auch in Nordasien und in anderen Gegenden der Welt kann sie vorkommen. Sie gehört zur Familie der Nelken, obwohl sie optisch nicht so aussieht.

Das besondere an der Vogelmiere ist, dass sie sich selbst von Frosttemperaturen nicht abschrecken lässt. Bei geringen Minusgraden keimt und treibt sie sogar unter Schnee und bedeckt dann frisch umgegrabene Beete und Felder, wenn der Schnee weggetaut ist. Daher kann man die Vogelmiere teilweise auch im Winter frisch ernten.

Die einjährige Pflanze gilt als Unkraut, weil sie besonders üppig auf bearbeiteten Flächen wächst und sie nach kurzer Zeit wie ein Teppich bedeckt. Dabei ist sie eigentlich eine Labsal für den aufgerissenen, nackten Boden und verhindert die Erosion der Erde. Man kann sie als lebendige Mulchschicht betrachten.

Da die Vogelmiere stickstoffhaltigen Boden mit guter Bewässerung besonders liebt, kann man an ihrer Verbreitung erkennen, ob ein Boden gut gedüngt bzw. fruchtbar ist.

Die Stengel der Vogelmiere werden bis zu 40 cm lang und liegen weitgehend auf dem Boden. Dort, wo sie die Erde berühren, bilden sie kleine Zusatzwurzeln.

Die zahlreichen Blätter der Vogelmiere sind klein und eiförmig mit Spitze.

Die Vogelmiere blüht von März bis Oktober mit weissen Blüten, die wie winzige Sterne aussehen. Die fünf weissen Kronblätter sind zweigeteilt, sodass sie auf den ersten Blick wie jeweils zwei Blütenblätter aussehen. Sie entfalten sich bei trockenem Wetter morgens um neun und blühen bis zum Abend. Bei feuchtem Wetter bleiben sie zusammengezogen.

Aus den Blüten bilden sich Kapseln, in denen zahlreiche Samen heranwachsen. Eine Vogelmierenpflanze bildet pro Jahr bis zu 10.000 Samen. Diese Samen werden gerne von Vögeln gegessen, wie auch das Kraut, das Geflügel sehr gut mundet.

 

 

Heilpflanzen im März

Im März kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Alant (Inula helenium)

 

Alant

(Inula helenium)


Alant Der ursprünglich aus Asien stammende Alant gehörte früher in jeden Bauerngarten.

Heute ist er jedoch nur noch in den Bauerngärten im Gebirge verbreitet und ansonsten weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist er eine vielseitige Heilpflanze.

In Thüringen wird er noch im grossen Stil angebaut.



Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Husten,
Asthma,
Heilwirkung:auswurffördernd,
antibakteriell,
antimykotisch,
antiseptisch,
blutreinigend,
entzündungshemmend,
galletreibend,
harntreibend,
hustendämpfend,
karminativ,
krampflösend,
leberanrengend,
menstruationsregelnd,
schleimlösend,
schweißtreibend,
stoffwechselanregend,
verdauungsfördernd,
wurmtreibend,
Anwendungsbereiche:Angina,
Appetitlosigkeit,
Atemnot,
Blähungen,
Blutarmut,
Brechmittel (in größeren Dosen),
Bronchitis,
Brustschmerzen,
Chronische Bronchitis,
Darmentzündung,
Durchfall,
Ekzeme,
Flechten,
Gallebeschwerden,
Gelbsucht (alte Anwendung),
Geschwüre,
Juckreiz,
Harnverhalten,
Hauterkrankungen,
Hautjucken,
Hautunreinheiten,
Keuchhusten,
Krämpfe,
Krätze (früher),
Lungenentzündung (begleitend),
Lungenleiden,
Magenschwäche,
Mandelentzündung,
Muskelrisse,
Muskelzerrungen,
Reizhusten,
Rippenfellentzündung,
Schlecht heilende Wunden,
Tuberkulose (früher),
Verdauungsschwäche,
Verschleimung,
Wechseljahrsbeschwerden,
Würmer,
Wunden,
Zuckerersatz (Herstellung von Diabetikernährmitteln),

Homöopathisch

Lungenschwäche,
Menstruationsbeschwerden,
Reizhusten,
wissenschaftlicher Name:Inula helenium, Helenium grandiflorium, Aster helenium
Pflanzenfamilie:Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:Elecampane
andere Namen:Alantkraut, Alantwurzel, Aletwürze, Altkraut, Altwurz, Brustalant, Dammkraut, Darmwurz, Donarvarwurzel, Donnerkraut, Echter Alant, Edelherzwurz, Edelwurz, Galantwurzel, Glockenwurz, Gottesauge, Grosser Heinrich, Heilwurz, Helenenkraut, Hexenschusskraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Oltwurz, Schlangenkraut, Schlangenwurz, Ulenkwurz, Weidenalant,
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe:Inulin, ätherisches Öl, Alantsäure, Kampfer (Alantkampfer), Helenin, Sesquiterpenlactone, Alantolacton, Harze, Azulen, Pektin, Wachs, Bitterstoff, Triterpene, Polyacetylene, Sterole, Beta-Sitosterol,
Sammelzeit:März bis Mitte April, September bis November


Anwendung

Alant

Alant kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Salbe anwenden.

In der heutigen Kräuterheilkunde spielt der Alant jedoch eine eher geringe Rolle.

Die häufigste Art, Alant anzuwenden ist der Tee.

Tee

Für einen Alant-Tee übergießt man einen Teelöffel Alantwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.

Anschließend abseihen und den Alanttee in kleinen Schlucken trinken.

Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.

Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Alant-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Alant-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.

Teemischung gegen Husten

Alant eignet sich auch gut als Bestandteil von Mischtees, beispielsweise als Hustentee.

Hier eine Beispiel-Teemischung gegen Husten oder Bronchitis:

  • 40 gr Alantwurzeln
  • 20 gr Spitzwegerich-Blätter
  • 20 gr Süßholzwurzeln
  • 20 gr Lungenkraut

Tinktur

Um eine Alant-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein.

Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.

Alantwein

Alantwein wurde im Mittelalter als Allheilmittel verwendet.

Um einen Alant-Wein herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem großen Schraubdeckel-Glas mit Weißwein, bis alle Pflanzenteile mehr als bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen.

Man braucht etwa 50 gr Wurzeln für einen Liter Wein.

Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Von diesem Alantwein trinkt man täglich ein bis drei Schnapsgläschen voll.

Wurzel kauen

Schon Plinius der Ältere empfahl im Altertum das Kauen der Alantwurzel.

Diese Anwendung soll:

  • die Verdauung anregen
  • die Stimmung verbessern
  • den Geschmacksinn verfeinern

Die Volksheilkunde empfiehlt auch heute noch das Kauen der Alantwurzeln, besonders vor den Mahlzeiten, um den Appetit anzuregen.

Am besten kaut man die gereinigten frischen Wurzeln, denn in ihnen sind die Wirkstoffe noch besonders reichlich vorhanden.

Alant

Salbe

Traditionell wird eine Alantsalbe aus frischen Alantwurzeln und mit Schweineschmalz hergestellt.

Dazu werden die gereinigten, frischen Alantwurzeln fein geschnitten, gekocht und dabei zerstoßen bis ein Brei entsteht.

Dieser Brei wird mit Schweineschmalz vermischt und anschließend durch ein Tuch geseiht.

Dann füllt man die Salbe in einen Tiegel und lässt sie abkühlen.

Alternativ könnte man den frischen, gekochten Pflanzenbrei auch mit einer Bienenwachs-Öl-Salbe vermischen, wenn man kein Schweineschmalz verwenden will.

Wer nur getrocknete Alantwurzeln hat, kann eine Tinktur und einen Ölauszug damit herstellen und eine Lanolin-Creme damit herstellen.

Alantsalbe kann man verwenden, um Ekzeme oder andere Hauterkrankungen damit einzureiben.

Oder man macht einen Salbenumschlag, indem man die Salbe dick auf die erkrankte Haut streicht und ein Stück Stoff zum Schutz darüberlegt und fixiert.

Waschungen

Für Waschungen bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder Pickel, bereitet man eine Abkochung aus den Alantwurzeln.

Dann wäscht man die betroffenen Hautstellen damit mehrmals täglich.

Umschläge

Intensiver ist die Anwendung als Umschlag. Auch hierzu wird eine Alant-Abkochung zubereitet.

Ein Stück Baumwollstoff wird in den Alanttee eingetaucht und ausgedrückt, damit es nicht mehr tropft.

Dann wird es auf die zu behandelnde Hautstelle gelegt und mit einem Wolltuch oder Plastikfolie fixiert.

Der Umschlag sollte eine Stunde bis über Nacht einwirken, bevor er entfernt wird.

Blätter auflegen

In der Volksheilkunde werden im Frühsommer die frischen Blätter auf Wunden oder chronische Hautentzündungen gelegt und fixiert.

Die Entzündungen sollen dadurch eingedämmt und die Wundheilung gefördert werden.

Räuchermittel

Räuchern mit Alant soll die Zimmerluft verbessern. Aufgrund der Wirkung des Alants ist des denkbar, dass die Raumluft durch das Räuchern leicht desinfiziert wird und die Atemwege etwas freier werden.

Die Wurzelstücke wurden auf die Glut der offenen Kamine gelegt.

Heutzutage kann man zerkleinerte Alantwurzeln auf spezielle Räucher-Glühkohlen legen, um mit Alant zu räuchern.

Färbemittel

Mit Alantwurzel wurde früher blau gefärbt.

Dazu wird Alantwurzel in Urin gebeizt und zusammen mit Heidelbeeren und Pottasche als Färbemittel verwendet.

Alant in der Küche

Früher war Alant ein beliebtes Gewürz in der Küche. Im alten Rom wurde er sogar für unentbehrlich gehalten.

Vor allem Süßspeisen wurden gerne mit Alantwurzeln gewürzt.

Kandiert waren Alantwurzeln eine beliebte Leckerei.

Heutzutage findet man den Alant bestenfalls noch hin und wieder als Likör.

Solch einen Likör kann man auch selbst herstellen. Das geht ganz ähnlich wie die Herstellung einer Tinktur, jedoch gibt man auch braunen Zucker in den Tinktur-Ansatz, etwa genau so viel wie Kräuter.

Das in den Alantwurzeln reichlich enthaltene Inulin wird industriell extrahiert und in Diabetiker-Nahrungsmitteln verarbeitet. Da spezielle Diabetes-Nahrungsmittel im Rückgang begriffen sind, wird auch die Verwendung des Inulins für diesen Zweck seltener.


    Angelika / Engelwurz (Angelica archangelica)

 

Angelika / Engelwurz

(Angelica archangelica L.)


Angelika Die mannshohe Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden.

Früher stand sie in jedem Garten, inzwischen findet man sie jedoch häufiger verwildert als in Hausgärten.

Sie gehört zur großen Familie der Doldenblütler und ist eine von den großen Vertretern dieser Familie. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Sie sieht auch dem Kümmel oder Anis sehr ähnlich. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt.

Die Angelika hat einen angenehmen aromatischen Geruch und einen süßen Geschmack.

Es gibt noch weitere Angelika-Sorten, insbesondere in der Chinesischen Medizin z.B. chinesische Angelika (Angelica dahurica) und Taiwan Angelika (Angelica taiwaniana), diese sind aber keine Alternative zur heimischen Angelika.

Die Angelika wird in Deutschland, Frankreich und Belgien landwirtschaftlich angebaut.

 



Steckbrief

Heilwirkung: antiseptisch,
abwehrsteigernd,
blähungstreibend (karminativ),
galletreibend (cholagog),
kraftspendend,
krampflösend (spasmolytisch),
magensaftfördernd,
Appetitlosigkeit,
Appetitmangel,
Blähungen,
Erkältungskrankheiten,
Erschöpfungszustände,
Kreislauf stabilisierend,
Migräne,
Rheuma,
Gicht,
Leberschwäche,
Magen-Darm-Krämpfe,
Magenschwäche,
Magersucht (Anorexie),
Menstruationsbeschwerden,
Verdauungsprobleme,
Verstopfung,
Wechseljahrsbeschwerden,
wissenschaftlicher Name:Angelica archangelica L.
volkstümliche Namen:Artelkleewurz, Brustwurz, Dreieinigkeitswurzel, Edle Angelika, Engelwurz, Engelswurz, Engelbrustwurz, Gartenangelik, Geistwurz, Giftwürze, Glückenwurzel, Gölk, Heiligenbitter, Heiligengeistwurz, Heiligenwurzel, Luftwurz, Theriakwurz, Waldbrustwurz, Zahme Angelika, Zahnwurzel
Pflanzenfamilie:Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name:Angelica
Verwendete Pflanzenteile:Wurzel (Angelicae radix), Blätter (Angelicae folium), Samen (Fructus Angelicae, Semen Angelicae)
Gegenanzeigen:nicht bei Schwangerschaft
Nebenwirkungen:Erhöht die Empfindlichkeit für Sonnenlicht.
Anwendungsdauer:3 Wochen, länger nur bei medizinischer Betreuung.
Tages-Dosis:Wurzel 4 Gramm, Extrakt 2 Gramm
Inhaltsstoffe:ätherische Öle, Angelicin, Bergapten, Bitterstoffe, Furanocumarine, Imperatorin, Pentadecanolid, Umbelliferon, Xanthotoxin
Sammelzeit:Wurzel: zeitiges Frühjahr oder Spätherbst,
Blätter: Vor der Blüte
Samen: Oktober-Dezember


Wirkung

Die Inhaltsstoffe entfalten schon im Mund ihre Wirkung, im Mund beginnt Speichel zu fließen. Im Magen werden Verdauungssäfte freigesetzt und die Gallenblase gibt ihre Gallenflüssigkeit frei. Auf dem Weg durch die Verdauungsorgane wirken die verschiedenen Wirkstoffe direkt am Ort der Probleme.

Einige Inhaltsstoffe (Furanocumarine) erhöhen die Empfindlichkeit für Sonnenlicht und können bei empfindlichen Menschen eine Entzündung der Haut und Ekzeme verursachen.

 


Anwendung

Für einen Tee nimmt man einen halben TL trockene Wurzel auf eine Tasse Wasser. Der Tee wird kalt angesetzt, dann kurz aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen.

Auch als Tinktur ist die Angelika geeignet. Von der Tinktur nimmt man 2-3 mal täglich 20 Tropfen.

Statt der Wurzel kann man die sanfter wirkenden Samen oder getrockneten Blätter benutzen.

Angelika ist Bestandteil der Carminativum-Tinktur, die Blähungen lindert:

Äußerliche Anwendung

Siehe:

Pflanzenbeschreibung

Angelika Die Angelika ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie Blätter am Boden aus und im zweiten Jahr wächst sie hoch und blüht.

Im blühenden Zustand wird die Angelika bis zu 2 m hoch.

Wie andere Doldenblütler bestehen ihre Blüten aus Dolden, die bei der Angelika eher rund als flach sind.

Da sie nur sehr langsam keimt, ist es nicht so einfach, sie anzubauen. Wenn sie sich in einem Garten jedoch eingelebt hat, sät sie sich auch von selbst aus und kommt dann immer wieder.

Ernte

Bei der Ernte sollten Handschuhe getragen werden, weil die Pflanzensäfte die Haut stark reizen.

Die Wurzeln dürfen nicht bei Wärme oder im Backofen getrocknet werden, so sonst die wertvollen ätherischen Öle verdunsten. Gut geeignet ist ein trockener und luftiger Dachboden.

Die Blätter erntet man vor der Blüte und trocknet diese sanft ohne zu erhitzen.

Die Samen werden im Spätherbst oder frühen Winter geerntet und werden ohne starke Wärme oder gar Hitze sanft nachgetrocknet.

 

Geschichte

Die Angelika wurde nicht nur als Heilmitteln, sondern auch als Nahrungsmittel genutzt. Dazu wurden die Samen mit Milch in Därmen als eine Art gewürzte Käsewurst verarbeitet, die lange lagerbar war.

In Zeiten der Cholera und Pest war die Angelika ein wichtiges Heilmittel. Bauern setzten die Wurzeln auch bei ihren Tieren ein, um Koliken und andere Verdauungsprobleme zu heilen.

 

Beinwell (Symphytum officinale)

Mein Foto vom 02.03.2014 www.die-selbstversorger.de aus dem Garten

 

 

Beinwell

(Symphytum officinale)



 



Beinwellblüten Der Beinwell hat seinen Namen von den Beinen, denen er gut (well) tun, bzw. deren Knochen er zusammenwallen soll.

Rauh und spitz steht er gern an eher feuchten Plätzen und versucht seine violetten Blüten zu verstecken.

Oft schon habe ich eine Salbe aus seinen Wurzeln gekocht, die bei vielen Verletzungen hilfreiche Dienste leistet.

Steckbrief

Haupt-Anwendungen: Verletzungen des Bewegungsapparates,
Heilwirkung:adstringierend,
beruhigend,
blutbildend
blutreinigend,
blutstillend,
entzündungshemmend,
erweichend,
kühlend,
lindernd,
wundheilend,
schmerzstillend,
Anwendungsbereiche:Abszesse,
Arthritis,
Arthrose,
Asthma,
Blaue Flecken,
Blutarmut,
Bluterguss,
Brandwunde,
Bronchitis,
Diabetes mellitus,
Durchfall,
Eiternde Wunden,
Ekzeme,
Furunkel,
Gastritis,
Gelenkschmerzen,
Geschwüre,
Geschwulst,
Gichtknoten,
Grippe,
Insektenbiss,
Insektenstich,
Ischias,
Juckreiz,
Hämorrhoiden,
Hautjucken,
Hautrisse,
Hautschäden,
Hornhaut,
Knochenbruch,
Knochenhautentzündung,
Krampfadern,
Lungenentzündung,
Magenschleimhautentzündung,
Muskelkater,
Nasennebenhöhlenentzündung,
Narbenschmerzen,
Nierenerkrankung,
Offenes Bein,
Phantomschmerzen,
Psoriasis,
Quetschungen,
Rheuma,
Schlecht heilende Wunden,
Schleimbeutelentzündng,
Schmerzen,
Schnittwunden,
Schuppenflechte,
Sehnenscheidenentzündung,
Spinnenbiss,
Unterschenkelgeschwüre,
Varizen,
Venenentzündung,
Verbrennungen,
Verdauungsbeschwerden,
Verhärtung der Brustdrüsen,
Verrenkung,
Verstauchung,
Zu starke Mensturation,
wissenschaftlicher Name:Symphytum officinale
Pflanzenfamilie:Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name:Comfrey
volkstümlicher Name:Arznei-Beinwell, Beinwurz, Bienenkraut, Echter Beinwell, Gemeiner Beinwell, Gemeine Wallwurz, Gewöhnlicher Beinwell, Glotwurzel, Grosse Wallwurz, Hasenbrot, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Komfrei, Kuchenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Schwarzwurz, Soldatenwurz, Soldatenwurzel, Speckwurz, Wallwurz, Wilder Comfrey, Wilder Komfrey, Wottel, Wundallheil, Wundschad
Verwendete Pflanzenteile:Blätter, Wurzeln
Inhaltsstoffe:Allantoin, Gerbstoff, Schleim, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Flavonoide, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide, Stigmasterol
Sammelzeit:Blätter: April bis Mai, Wurzeln: Spätherbst oder zeitiges Frühjahr
  
Fotos vom Beinwell 


Anwendung

Beinwell Der Beinwell wird vorwiegend äusserlich angewendet, weil die innerliche Anwendung potentiell gesundheitsschädlich sein kann.

Die besonderen Stärken des Beinwells stecken sowieso im Bereich der äusserlichen Anwendung. Sie reichen von Verletzungen des Bewegungsapparates bis zu schlecht heilenden Wunden.

Äusserlich

Knochenbrüche und stumpfe Verletzungen

Traditionell wird Beinwell bei Knochenbrüchen eingesetzt, um das Zusammenwachsen der Knochen zu fördern und den Schmerz zu lindern. Die Wirkstoffe des Beinwells fördern die Kallusbildung bei der Knochenheilung.

Eine Schiene beziehungsweise einen Gipsverband kann Beinwell natürlich nicht ersetzen.

Im Bereich Bewegungsapparat wird der Beinwell fast gegen jede Art von Beschwerden eingesetzt. Man verwendet ihn traditionell gegen Verstauchungen, Verspannungen, Arthrose und diverse andere Probleme.

Wundheilung

Vor allem durch den Inhaltstoff Allantoin hat der Beinwell ausgeprägte wundheilende Eigenschaften.

Er fördert die Granulation bei der Wundheilung, das ist die Bildung von neuem Gewebe. Allantoin wirkt zudem reizlindernd und entzündungshemmend.

Aufgrund der im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden empfiehlt die Kommision E, den Beinwell nicht bei verletzter Haut anzuwenden. Sicherheitshalber verwendet man bei offenen Wunden besser den reinen Wirkstoff Allantoin.

Wurzel und Blätter

Die Wurzel enthält beim Beinwell die meisten Wirkstoffe. Daher ist es vor allem die Wurzel, die als Heilmittel Anwendung findet.

Am besten und intensivsten ist es, wenn man frische Wurzeln zur Verfügung hat. Trockene Wurzeln können aber auch verwendet werden, sie sind sogar die offiziell als Heilmittel anerkannte Form des Beinwells.

Man kann auch die Blätter verwenden. Sie wirken ähnlich aber nicht so stark wie die Wurzel.

Salben

Die bekannteste Zubereitungsform des Beinwells ist die Salbe.

Mit Beinwellsalbe kann man die betroffenen Stellen einreiben.

Schon seit Jahrhunderten wird aus Beinwellwurzeln eine einfache Salbe gekocht.

Inzwischen haben auch Hersteller von Naturarznei die Beinwellwurzel entdeckt und bieten zahlreiche Formen von Beinwellsalben und Beinwellcremes an (z.B. Kytta-Salbe® f und Kytta Balsam® f mit Wärmfunktion).

Beinwell-Salben und -Cremes kann man auch selber anrühren. Wir haben dafür einige Rezepte mit Fotoanleitungen zusammengestellt.

Rezepte

   
Beinwellblüten

Umschläge

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Umschläge mit Beinwell anzuwenden.

Mit Beinwelltinktur oder Beinwelltee getränkte Baumwolltücher kann man auf verletzte Körperteile auflegen.

Man kann auch einen Salbenumschlag anwenden. Dazu trägt man die Beinwell-Salbe messerrückendick auf und bedeckt die Stelle mit einem Tuch.

Für einen Breiumschlag zerkleinert man frische Wurzeln oder Blätter, bis ein Brei entsteht. Diesen Brei trägt man auf die betroffene Körperstelle auf und bedeckt es mit einem Tuch.

Alle Umschläge kann man eine bis mehrere Stunden einwirken lassen.

Volkstümliche Anwendungen

Auf Wunden aufgelegt, wirken die Blätter schmerzstillend.

 

Innerlich

In der Volksheilkunde wurde der Beinwell gegen zahlreiche Beschwerden innerlich als Tee oder Tinktur eingenommen. Typische innerliche Anwendungsgebiete des Beinwells waren Husten, Verdauungsbeschwerden und Nierenschwäche.

Seit jedoch bekannt ist, dass die im Beinwell enthaltenen Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden im Tierversuch mit Ratten die Gefahr von Leberkrebs erhöhen, wird von der innerlichen Anwendung des Beinwells abgeraten. Manche Quellen raten auch nur davon ab, Beinwell regelmässig und in grossen Mengen innerlich einzusetzen.

Für alle innerlichen Anwendungsgebiete des Beinwells gibt es jedoch viele Heilpflanzen, die diese Aufgaben noch besser erledigen können, beispielsweise Thymian gegen Husten, Kamille für die Verdauung usw. Daher kann man durchaus darauf verzichten, den Beinwell innerlich anzuwenden.

Beinwell in der Küche

Wegen der Pyrrolizidinalkaloide, die in geringen Mengen im Beinwell enthalten sind, sollte man Beinwell nicht als Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Vor allem unter Vegetariern waren Beinwellblätter und die Blätter des nahe verwandten Comfreys eine Zeitlang sehr beliebt.

Die Blätter lassen sich zu Spinat verarbeiten.

In Bierteig getaucht, kann man sie in der Pfanne ausbacken und essen.


Pflanzenbeschreibung

Beinwell Der Beinwell liebt feuchten Boden und ist daher besonders häufig an Wasserläufen oder in Senken zu finden. Er wächst aber auch in meinem eher trockenen Garten.

Die mehrjährige Wurzel ist aussen schwarzbraun und innen weisslich.

Schon früh im Jahr streckt er seine rauhen haarigen Lanzen aus der Erde.

Er überrascht durch seine Schnellwüchsigkeit und ist eine der ersten Pflanzen, die buschig ins Auge fallen. Nach wenigen Wochen wachsen Stengel aus den Blättern, die schon Ende April die ersten Blüten bekommen.

Die Blüten sind violett oder weisslich-gelb und hängen in kleinen Trauben nach unten.

Fotos vom Beinwell

 


Anbautipps

Beinwellblüten Beinwell lässt sich ziemlich leicht im Garten anbauen.

Am besten gibt man ihm ein Beet mit lockerer Erde an einer gut bewässerten Stelle. Der Beinwell freut sich über sonne, verträgt aber auch Halbschatten.

Am einfachsten funktioniert der Anbau, wenn man die Wurzeln in die Erde steckt.

Im Frühling spriesst der Beinwell dann von ganz alleine.

Um den Beinwell schnell zu vermehren, kann man die Wurzeln in daumengrosse Stücke zerteilen und dann einpflanzen.

Aus jedem Wurzelstück spriesst eine eigene Pflanze.


Sammeltipps

Beinwellblüten Beinwellwurzeln kann man im Herbst oder im zeitigen Frühjahr sammeln.

Man gräbt sie am besten mit einer spitzen Schaufel aus, denn die lange Wurzel sitzt meist zu fest im Boden, um sie heraus zu ziehen.

Wenn man ein Stück Wurzel in der Erde lässt, kann die Pflanze wieder neu spriessen.

Am besten verarbeitet man die Wurzel gleich frisch zu Salbe oder Tinktur.

Die Trocknung ist etwas schwierig, weil die Wurzel zum Schimmeln neigt, was sie unbrauchbar machen würde.

Am besten schneidet man die Wurzel in kleine Stücke und trocknet sie an einem warmen Platz, beispielsweise neben dem Ofen oder im Backofen bei 40°C. Auch ein Dörrapparat eignet sich zur Trocknung.

   

 

Birke (Betula alba)

 

 

Birke

(Betula alba)


Birke Von alters her gilt die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisiert. Selbst heute noch werden in den Dörfern am ersten Mai Maibäume aufgestellt und der Frühling gefeiert.

Vermutlich liegt die Zuordnung der Birke als Jungfrau an der weissen Rinde, die bei jungen Birken sehr zart und seidig ist.

In der Heilkunde werden die Blätter der Birke vor allem im Nieren-Blasen-Bereich und für Haut und Haare eingesetzt.


 

Steckbrief

Heilwirkung:blutreinigend,
harntreibend,
Augenringe,
Blasenentzündung,
Nierenschwäche,
Nierensteine,
Rheuma,
Gicht,
Ödeme,
Hautprobleme,
Ekzeme,
Flechten,
Allergien,
Diabetes (unterstützend - leicht Fälle),
Husten,
Haarausfall,
Schuppen,
Durchfall,
Frühjahrsmüdigkeit
wissenschaftlicher Name:Betula alba
Pflanzenfamilie:Birkengewächse = Betulaceae
englischer Name:Birch
volkstümlicher Name:Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Besenbirke, Bork, Bark, Hexenbesen, Hängebirke, Moorbirke, Rauhbirke, Sandbirke, Warzenbirke, Weissbirke
Verwendete Pflanzenteile: Blätter,
Blattknospen,
Saft durch Anzapfen
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C, Harz, Saponine, Flavone
Sammelzeit: Blattknospen: März,
Saft: März - Mai,
Blätter: Mai - Juni
  
  

 


Anwendung

Birke

Birkentee

Die häufigste Anwendung der Birke ist ein Tee (Aufguss) aus den Blättern oder Blattknospen.

Der Tee wirkt stark harntreibend, sodass er gut gegen Rheuma, Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen hilft.

Wenn man über mehrere Wochen hinweg täglich drei Tassen Birkenblätter-Tee trinkt, können in manchen Fällen sogar Nierensteine aufgelöst werden.

Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann man Birkenaufguss sowohl trinken als auch für Waschungen und Bäder verwenden. Auch Abkochungen der Birkenrinde kann man für die äusserliche Anwendung von schweren Hauterkrankungen einsetzen.

Siehe auch:

Birkensaft

Besonders wirksam ist auch der Birkensaft.

Der Birkensaft wird zwischen März und Anfang Mai gewonnen. Dazu braucht man eine Birke, die einen Meter über dem Boden mindestens einen Durchmesser von 20 cm hat. Jüngere Birken kommen für die Saftgewinnung nicht in Frage.

Wichtig! Die benutzte Birke sollte einem selbst gehören oder man braucht die Genehmigung, ihr Saft abzuzapfen. Sonst könnte man Ärger mit dem Waldbesitzer bekommen, wegen Baumfrevel.

Man braucht:

  • Einen Holzbohrer, 5 mm Durchmesser
  • Ein Glasröhrchen oder einen hohlen Holunderzweig
  • Ein Gefäss aus Glas, Plastik oder Emaille.
  • Baumwachs oder Pech
So gehts:
  • Für die Gewinnung des Birkensaftes bohrt man den Stamm etwa 25 cm über dem Boden zwei bis drei Zentimeter tief an. Der Durchmesser sollte etwa einen halben Zentimeter nicht überschreiten.
  • In dieses Loch schiebt man ein Röhrchen, beispielsweise aus Glas.
  • Unter das Ende der Röhre stellt man ein Gefäss, vorzugsweise aus Glas und keinesfalls aus Metall.
  • Von einem Baum darf man maximal drei Liter raustropfen lassen; mehr würde dem Baum schaden.
  • Wenn diese Menge ausgeflossen ist, muss man das Loch mit Baumwachs verschliessen. Normales Wachs ist nicht geeignet, weil es wieder herausrutschen würde.
  • Dem Baum muss man anschliessend zwei Jahre Ruhe geben, bis man ihn wieder anzapft.
Birke Von diesem Saft trinkt man täglich zwei bis drei Schnapsgläser, solange der Saft reicht.

Bei Hautproblemen kann man den Birkensaft auch äusserlich anwenden.

Zur Förderung des Haarwuchses kann man die Kopfhaut damit einreiben.

Damit der Saft nicht gärt, muss man ihn im Kühlschrank aufbewahren. Oder man friert ihn in kleinen Portionen ein.

Alternativ kann man den Birkensaft auch mit Alkohol haltbar machen. Dazu nimmt man ein Drittel bis zur Hälfte Alkohol, je nach Prozentgehalt, und mischt ihn mit dem Birkensaft.

 

     

Birkenkohle

Die Herstellung von Birkenkohle ist nichts für den Privathaushalt, das ist eine Sache für den Fachmann. Man kann sie in der Apotheke kaufen.

Die Einnahme der Birkenkohle hilft bei Durchfall, weil die Kohle die Flüssigkeit und Schadtsoffe im Darm aufsaugt.

Birkenteer

Auch Birkenteer kann der Laie nicht herstellen.

Der Birkenteer wird aus Birkenholz, Rinde und Wurzeln durch trockene Destillation gewonnen.

Er hilft gegen chronische Hauterkrankungen, indem er die Haut reizt und den Entzündungsprozess neu aktiviert. Anschliessend besteht die Chance, dass das Ekzem abheilen kann.

Da der Birkenteer sehr reizend wirkt, darf er nur verdünnt und in kleinen Mengen angewandt werden.

 


    Blutwurz (Potentilla tormentilla)
   

Braunwurz (Scrophularia nodosa)
   

Brennessel (Urtica dioica)
   

Eiche (Quercus pedunculata)
   

Enzian (Gentiana lutea)
   

Fichte (Picea abies)
   

Gundermann (Glechoma hederacea)
   

Kalmus (Acorus calamus)
   

Liebstöckel (Levisticum officinale)
   

Meerrettich (Cochlearia armoracia)
   

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)
   

Nelkenwurz (Geum urbanum)
   

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)
   

Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)
   

Schlüsselblume (Primula veris)
   

Sonnenhut (Sonnenhut)
   

Stiefmütterchen, Wildes (Viola tricolor)
   

Veilchen (Viola odorata)
   

Wegwarte (Cichorium intybus)
   

Weide (Salix alba)
   

Zypresse (Cupressus sempervirens)

 

Heilpflanzen im April

Im April kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Adonisröschen (Adonis vernalis)
    Alant (Inula helenium)
    Angelika / Engelwurz (Angelica archangelica)
    Beinwell (Symphytum officinale)
    Birke (Betula alba)
    Blutwurz (Potentilla tormentilla)
    Braunwurz (Scrophularia nodosa)
    Brennessel (Urtica dioica)
    Brombeere (Rubus fructicosus)
    Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
    Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
    Bärlauch (Allium ursinum)
    Eiche (Quercus pedunculata)
    Enzian (Gentiana lutea)
    Fichte (Picea abies)
    Gundermann (Glechoma hederacea)
    Kalmus (Acorus calamus)
    Liebstöckel (Levisticum officinale)
    Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)
    Moos, Isländisches (Lichen islandicus)
    Nelkenwurz (Geum urbanum)
    Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
    Schlüsselblume (Primula veris)
    Sonnenhut (Sonnenhut)
    Stiefmütterchen, Wildes (Viola tricolor)
    Storchenschnabel (Geranium robertianum)
    Taubnessel (Lamium album)
    Veilchen (Viola odorata)
    Wacholderstrauch (Juniperus communis)
    Wegwarte (Cichorium intybus)
    Weide (Salix alba)

 

Heilpflanzen im Mai

Im Mai kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
    Adonisröschen (Adonis vernalis)
    Beinwell (Symphytum officinale)
    Birke (Betula alba)
    Brennessel (Urtica dioica)
    Brombeere (Rubus fructicosus)
    Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
    Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
    Bärlauch (Allium ursinum)
    Efeu (Hedera helix)
    Eiche (Quercus pedunculata)
    Erdrauch (Fumaria officinalis)
    Esche (Fraxinus excelsior)
    Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
    Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)
    Honigklee (Melilotus officinalis)
    Huflattich (Tussilago farfara)
    Kamille (Matricaria chamomilla)
    Kiefer (Pinus silvestris)
    Liebstöckel (Levisticum officinale)
    Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
    Moos, Isländisches (Lichen islandicus)
    Odermennig (Agrimonia eupatoria)
    Pestwurz (Petasites hybridus)
    Petersilie (Petroselinum hortense)
    Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
    Salbei (Salvia officinalis)
    Schlüsselblume (Primula veris)
    Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
    Steinklee (Melilotus officinalis)
    Stiefmütterchen, Wildes (Viola tricolor)
    Storchenschnabel (Geranium robertianum)
    Taubnessel (Lamium album)
    Thymian (Thymus vulgaris)
    Veilchen (Viola odorata)
    Wacholderstrauch (Juniperus communis)
    Walderdbeere (Fragaria vesca)
    Waldmeister (Asperula odorata)
    Wasserminze (Mentha aquatica)
    Weinrebe (Vitis vinifera)
    Weissdorn (Crataegus oxyacantha)

 

Heilpflanzen im Juni

Im Juni kann man folgende Heilkräuter sammeln:

    Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
    Andorn (Marrubium vulgare)
    Birke (Betula alba)
    Blasentang (Fucus vesiculosus)
    Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum)
    Brennessel (Urtica dioica)
    Brombeere (Rubus fructicosus)
    Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
    Dill (Anethum graveolens)
    Dost (Origanum vulgare)
    Efeu (Hedera helix)
    Erdrauch (Fumaria officinalis)
    Esche (Fraxinus excelsior)
    Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
    Fuchskreuzkraut (Senecio fuchsii)
    Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)
    Gundermann (Glechoma hederacea)
    Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)
    Hauhechel (Ononis spinosa)
    Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
    Herzgespann (Leonurus cardiaca)
    Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
    Holunder (Sambucus nigra)
    Honigklee (Melilotus officinalis)
    Johanniskraut (Hypericum perforatum)
    Kamille (Matricaria chamomilla)
    Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
    Labkraut (Galium aparine)
    Linde (Tilia grandifolia)
    Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
    Malve (Malva neglecta)
    Melisse (Melissa officinalis)
    Moos, Isländisches (Lichen islandicus)
    Nachtkerze (Oenothera biennis)
    Odermennig (Agrimonia eupatoria)
    Pestwurz (Petasites hybridus)
    Petersilie (Petroselinum hortense)
    Pfefferminze (Mentha piperita)
    Ringelblume (Calendula officinalis)
    Schafgarbe (Achillea millefolium)
    Schöllkraut (Chelidonium majus)
    Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
    Steinklee (Melilotus officinalis)
    Storchenschnabel (Geranium robertianum)
    Taubnessel (Lamium album)
    Thymian (Thymus vulgaris)
    Wacholderstrauch (Juniperus communis)
    Walderdbeere (Fragaria vesca)
    Waldmeister (Asperula odorata)
    Wasserminze (Mentha aquatica)
    Wegwarte (Cichorium intybus)
    Weinrebe (Vitis vinifera)
    Weissdorn (Crataegus oxyacantha)
    Wermut (Artemisia absinthium)
    Ysop (Hyssopus officinalis)

Homepage von Susanne Umbach email: susanne.umbach@t-online.de
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